Kaum ein Symbol lässt so deutlich an Herrschaft, Macht und Glanz denken wie die Krone. Kronen sind heraldische Zeichen – sie beschreiben Rang, Land, Adelshäuser und Herrschaftsgebiet ihrer Träger und Trägerinnen. Auch nach dem Tod lassen es sich viele Habsburger und Habsburgerinnen nicht nehmen, mit ihren Kronen in Erinnerung bleiben zu wollen – so schwer und unbequem diese auch zu Lebzeiten auf die adeligen Häupter gedrückt haben mögen. In Zeiten der Trauer verzichteten die Herrscherinnen und Herrscher allerdings auf ihre Kronen und tauschten sie gegen schwarze Schleier aus.
Doch Kronen faszinieren auch als geheimnisvolle Kunstwerke. Sie verraten viel über Künstler und Auftraggeber. Sie spiegeln die Bild- und Formensprache ihrer Zeit und verweisen auf geschichtliche Ereignisse und Entwicklungen der schönen Künste.
In dieser Führung erkunden wir die Kapuzinergruft, von den Kindersärgen bis zu den Grabstätten der Kaiser und Kaiserinnen, und legen das Augenmerk auf die vielschichtige Bedeutung der Krone. Wir betrachten die Kaiserkrone, die Königskronen, die Hauskronen und den Erzherzoghut. Wir gehen auf die Krönungszeremonien ein, auf die Erbhuldigung und die Wahlsprüche der jeweiligen Herrscher und Herrscherinnen. Warum erhielt Maria Theresia auf dem Krönungshügel in Ungarn den Titel König? Und wieso konnte Josef II., dem laut Goethe seine Krone „wie ein übergreifendes Dach vom Kopf abstand“ seine eigene Krönungszeremonie nicht ganz ernstnehmen?
Lassen Sie sich auf diesem Streifzug durch die ehemaligen Kronländer der Österreichisch-Ungarischen Monarchie in eine Welt von Prunk, Pracht und Allegorie entführen.