In kaum einem anderen Land ist die Geschichte der Herrscherfamilie so eng mit der Geschichte des Reiches verknüpft wie bei uns. Durch 650 Jahre Regentschaft sind die Habsburgermonarchie und die Familiengeschichte der Habsburger kaum zu unterscheiden.
Gerade diese Verknüpfung war möglicherweise ein Grund warum sie sich so lange so erfolgreich an der Macht halten konnten. Kinderreichtum und eine erfolgreiche Heiratspolitik sollten Vertrauen in die Beständigkeit von Herrscherfamilie und Land vermitteln, wobei Verwandtenehen – trotz auch damals schon vorhandener Skepsis – als Garant für Stabilität gesehen wurden. Tragischer Weise konnten sie aber auch das Gegenteil zur Folge haben.
Eine Gefährdung der Dynastie bedeutete automatisch eine Gefährdung des Habsburgerreiches. Vom Spanischen Erbfolgekrieg über die Pragmatische Sanktion bis zu den rebellierenden Erzherzögen am Ende der Monarchie – wie mit diesen Verhältnissen umgegangen wurde hatte mitunter existenzbedrohende Auswirkungen auf Familie und Reich.
Heute haben wir durch die zeitliche Entfernung einen anderen Blick auf die Geschehnisse der damaligen Zeit und können das Paradox erkennen, dass immer wieder gerade die Handlungen, die eigentlich Stabilität bringen sollten, letzten Endes zu ihrer Zerstörung führten.
So hält Kaiser Franz Joseph Stammbaum und Tradition hoch und erkennt dabei nicht, dass manchmal nur Veränderung den Fortbestand garantiert.
Die Monarchie in Österreich ist heute längst Geschichte, die Habsburger aber gibt es immer noch.